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Drachenfest - Pfingstfliegen 2017


Mühlentag 2017
[Pfingsten 2017]
Artikel aus der LZ
Bei Sonnenschein und gelegentlichen Schauern kamen am Wochenende am Artlenburger Deich Drachenfans aus ganz Deutschland zu ihrem traditionellen Treffen zusammen. Schon von Weitem konnte man ihre bunten Flieger am Himmel tanzen sehen. Der Wind stand günstig, hin und wieder kam eine Böe, die das eine oder andere Flugobjekt seitlich erwischte und abstürzen ließ.
Daher mussten die Besitzer ganz besonders gut auf ihre angeleinten Kostbarkeiten achten. Wolfgang Schulten hatte sich zum Zweck der Beaufsichtigung seines Tigerdrachens mit einem Klappstuhl auf die Mitte der großen Wiese gesetzt. Der extra aus der Gegend um Ulm Angereiste hatte für sein Schmuckstück ja auch immerhin rund 300 Euro ausgegeben. „Ich habe ihn jetzt seit zwei Jahren und bisher ist er glücklicherweise unversehrt geblieben.“
Sein Freund Klaus Timmerberg kommt aus Detmold und hat zu dem Fest ebenfalls einige seiner Lieblingsexponate mitgebracht. Allerdings kauft er keine Drachen, sondern baut und schneidert sie seit 30 Jahren selbst. „An einem Drachen arbeite ich bis zu 30 Stunden“, sagt er und erklärt, wie man große Objekte wie den Drachentiger herstellen kann. „Am besten nimmt man sich ein abgelegtes Spielzeugtierchen von seinen Kindern, schnippelt es auseinander und baut sich daraus eine Schablone.“
Alternativ kann man im Internet Baupläne herunterladen. Beispielsweise die Anleitung für die Konstruktion eines Lenkdrachens in Herzform (www.windhau.ch/herz-drachen). Klaus Timmerberg konstruiert sie regelmäßig selbst und ist mit den Ergebnissen hochzufrieden: „Sie sehen nicht nur hübsch aus, sie fliegen auch gut.“
Während die meisten Drachen auf Festivals wie in Artlenburg Zweileiner sind, handelt es sich bei den traditionellen Kampfdrachen meist um sehr kleine, wendige Einleiner-Drachen. Der Detmolder Drachenbauer hat auch ein paar dieser aus hauchzartem Papier und Bambusstäben bestehenden Objekte dabei. „In Asien werden sie in größeren Varianten bei Wettkämpfen eingesetzt“, erklärt er. „Durch geschicktes Manövrieren versucht man, möglichst viele der gegnerischen Drachen vom Himmel zu schubsen und seinen eigenen oben zu behalten.“
Bei den kleinen Kampfdrachen ändert sich die Krümmung je nach Zug an der Leine. Wenig Zug bedeutet flaches Segel und damit Instabilität und Drehungen, mehr Zug bedeutet gebogenes Segel, was Stabilität und Geradeausflug gewährleistet. Durch die geschickte Kombination dieser zwei Zustände lassen sich diese Drachen in jede beliebige Richtung steuern.
In Artlenburg versucht indes keiner der rund 50 Camper, seine Mitstreiter über die Pfingsttage zu attackieren. Wolfgang Schulten ist mit seiner Frau gerade wegen der schönen Atmosphäre von seinem immerhin 700 Kilometer entfernten Heimatort Göppingen in Baden-Württemberg angereist. „Hier trifft man Gleichgesinnte, mit denen man auch wunderbar fachsimpeln kann.“

Bericht LZ - Landeszeitung Lüneburg
Landeszeitung Lüneburg





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