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Windmühle soll Treffpunkt werden


Windmühle soll Treffpunkt werden
[Do. 29.08.2018]

Windmühle soll Treffpunkt werden: Ziel ist es, den Galerie-Holländer in Artlenburg auch für die nächsten Generationen zu erhalten
[Von Stefan Bohlmann]
Artlenburg. Ob an Land oder vom Wasser aus: Der Galerie-Holländer ist ein Blickfang. Wo die Elbe in den Seitenkanal mündet, steht seit 1890 das Artlenburger Wahrzeichen. Die achteckige weiße Windmühle mit ihrem viereckigen Rohziegel-Sockel prägt das Bild am nördlichen Ortsausgang. Der letzte Müllermeister des Fleckens, Hans-Jürgen Brügmann, hatte bis Ende 1991 in ihr einen Getreide- und Futtermittelhandel betrieben. Bisher wird die Mühle nur zwei Mal im Jahr genutzt Seit 1996 kümmern sich die Mitglieder des Windmühlenvereins liebevoll um den Erhalt der stillgelegten, aber dennoch voll funktionstüchtigen Mühle. Der Verein sorgt auch dafür, dass sie weiterhin einen festen Platz im Dorfleben hat und über die Ortsgrenzen hinaus als Attraktion wahrgenommen wird. Zwei Mal im Jahr organisiert er bisher Veranstaltungen rund um den Artlenburger Galerie-Holländer, Pfingstmontag die Feier des Deutschen Mühlentages, am Erntedanksonntag das Windmühlenfest.
Technikmuseum im Untergeschoss
„Wir streben an, die Mühle künftig noch mehr ins Bewusstsein der Leute zu rücken, sie aber vor allem bei unseren Neubürgern bekannter zu machen“, hat sich die Vorstandsriege auf die Fahnen geschrieben. Auch, damit das Bau- und Kulturdenkmal für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Vorsitzender Rolf Twesten, sein Stellvertreter Peter Thiele, Müller Hans-Jürgen Brügmann, sein Bruder Ralf Brügmann und dessen Namensvetter und Müller-Schwiegersohn Ralf Brügmann vom Festausschuss sind sich daher darüber einig, das Wahrzeichen mehr als bislang ins gesellschaftliche Leben Artlenburgs zu integrieren. Ihnen schwebt ein Kultur-Treffpunkt vor. „Wir haben in den vergangenen Jahren ehrenamtlich sehr viel Zeit und Arbeit in die Renovierung und den Ausbau gesteckt. Es wäre schade, wenn das, was entstanden ist, nicht auch genutzt wird“, sagt Peter Thiele. Der Verein arbeitet daran, Außentreppe, Galerie und Fassade zu erneuern, im Untergeschoss hat er ein kleines, lehrreiches Technikmuseum eingerichtet.
Veranstaltungen im ehemaligen Speicher
„Der Innenausbau ist bereits fertig. Wir haben im ehemaligen Speicher der Mühle einen Holzboden verlegt, sodass darin Veranstaltungen stattfinden können“, berichtet Rolf Twesten. So wird dort bei den Mühlenfesten Kaffee und Kuchen gereicht. Gastronomie schließt er aus. Dafür rücken zum Beispiel heimische Künstler und Musiker in den Vordergrund, denen eine Bühne geboten werden kann. „Denkbar wäre, dass Ausstellungen und kleine Konzerte stattfinden“, meint Müller-Bruder Ralf Brügmann. Auch Sitzungen und Versammlungen von Vereinen oder kommunalen Gremien sind möglich. Figurentheater für die Kinder Besonders am Herzen liegt dem Mühlenverein, die Kinder im Ort und aus den Nachbargemeinden mit der Mühle vertrauter zu machen. Vielversprechend waren in diesem und vorigem Jahr schon Aufführungen des Figurentheaters Lille Kartofler für Kinder und Familien. Das Programm begeisterte das Publikum. „Weil die Mühle voll funktionstüchtig ist, bietet es sich an, sie in den Unterricht der Grundschulen zu integrieren, zum Beispiel wenn es um das Thema Getreide geht“, sagt Ralf Brügmann, der Schwiegersohn des Müllers. Sein Namensvetter ergänzt: „Wir können Schülern sowie den Mädchen und Jungen aus Kindergärten vorführen, wie Getreide gemahlen wird. So lernen sie bei einem Ausflug in unsere Mühle alte Handwerkskunst kennen und sehen, wie Korn durch Windkraft zu Mehl wird.“ Das zeigen Müller und Verein auch bei Mühlenführungen.
Mühlenfest am 7. Oktober
Doch es muss nicht zwingend nur lehrreich sein. „Wir können auch Abenteuer bieten“, sagt Schwiegersohn Ralf Brügmann. Gruselnächte in der Mühle stellt er sich vor. Kinder könnten etwa bei Taschenlampen-Licht Geschichten lauschen und in der Windmühle übernachten. „Wir müssen vor allem die Kinder und Jugendlichen erreichen. Sie sind die Zukunft unserer Mühle“, betont Hans-Jürgen Brügmann. Genauso wichtig sei es, so Peter Thiele, neue Mitglieder für den Mühlenverein zu gewinnen. „Wir brauchen junge Leute, die mit anpacken und sich so um den Erhalt kümmern. Wir brauchen aber auch Mitgliedsbeiträge, um Projekte verwirklichen zu können“, sagt er. Beim Mühlenfest am Sonntag, 7. Oktober, will der Verein deshalb nicht nur feiern, sondern auch Werbung in eigener Sache und für den Erhalt des Wahrzeichens machen. Programm
Fest rund um die Mühle
Das Windmühlenfest in Artlenburg (Deichstraße 22) startet am Sonntag, 7. Oktober, um 11 Uhr nach einem Gottesdienst in der Nicolai-Kirche (Kirchsteig; Beginn: 10 Uhr). Auf der Bühne: 11.30 Uhr bis 13 Uhr Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Artlenburg, 13 Uhr Line-Dance des STV Artlenburg, 13.30 Uhr Vorführung des DRK-Kindergartens, 14 Uhr Country-Band Buffet, zeitgleich spielen die Bewicker Harmonikanten im alten Speicher der Mühle. Zudem gibt es Vorführungen mit historischen Landmaschinen, Rundfahrten mit der Nachbildung einer Dampflok, mit der „Dicken Berta“, Kutschfahrten, Kinderschminken, ein Kinderkarussell sowie eine Hüpfburg und ein Glücksrad.

Bericht LZ - Landeszeitung Lüneburg
Landeszeitung Lüneburg





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